Die Pläne von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche, die Entschädigungszahlungen für abgeregelte Wind- und Solarparks zu streichen, schlagen hohe Wellen – auch bei uns in Strehla, so zum Beispiel in Strehla-West und Paußnitz, wo jeweils eine gigantische Fotovoltaik-Freiflächenanlage bzw. sieben fast 300 Meter hohe Windkraftanlagen – letzteres in unmittelbarer Nähe eines Vogelschutzgebietes – errichtet werden sollen.

Was bedeutet das konkret für unsere Stadt?

Das Risiko: Bisher basieren die Einnahmenerwartungen der Stadt (Gewerbesteuer, Beteiligung nach dem EEG & Pacht) auf der Annahme, dass die Anlagen immer „verdienen“ – egal ob sie Strom einspeisen oder – beispielsweise wegen Netzüberlastung – stillstehen. Fallen diese Entschädigungen weg, sinkt die Wirtschaftlichkeit der Betreiber drastisch.

Die Folge: Wenn die Betreiber weniger verdienen oder gar insolvent werden, fließen auch die erhofften Gelder in die Stadtkasse spärlicher oder bleiben ganz aus. Unsere Finanzplanung für kommende Projekte könnte damit buchstäblich „auf Sand gebaut“ sein.

Warum das Ganze zeigt, dass die Energiewende in dieser Form falsch strukturiert ist: Die Abhängigkeit von Entschädigungen (finanziert durch den Strompreis oder den Steuerpuffer aus dem „Klima- und Transformationsfonds“- KTF) beweist:

  1. Der Netzausbau kommt dem massiven Zubau von Wind und Solar nicht hinterher.

  2. Es fehlen derzeit noch großmaßstäbliche und bezahlbare  Speichertechnologien, um den Strom dann zu nutzen, wenn er erzeugt wird (und idealerweise dort ,wo er erzeugt wird).

  3. Ein gleichzeitiger Ausstieg aus Kohle und Atom bei exzessivem Ausbau volatiler Energien ist ohne stabiles Fundament nicht schlüssig.

Fazit: Wir dürfen den Haushalt unserer Stadt nicht zum Spielball einer unsteten Bundespolitik machen, die ihre eigenen Ziele nicht mit der Realität der Netzinfrastruktur in Einklang bringt. Es ist Zeit für eine ehrliche Bestandsaufnahme, bevor Fakten geschaffen werden, für die am Ende der Bürger die Zeche zahlt – und die Natur, um deren Schutz es ja eigentlich einmal gehen sollte.

Ihr Peter Schreiber
Stadtrat Strehla (FREIE SACHSEN)

Bild: KI-generiertes Symbolbild.